Mittwoch, 29. Juli 2009

Die Ulla, das Sommerloch und Nazijargon

Nein, die Ulla hat es nicht leicht dieser Tage. Entspannung im Urlaub sieht anders aus. Erst lässt sich die Gesundheitsministerin den Dienstwagen vom Dienstfahrer bis nach Spanien in den Urlaub hinterherjuckeln und dann wird die elende Karre auch noch gerippt! Tja, dumm gelaufen.
Mangelndes Fingerspitzengefühl kann man ihr vielleicht vorwerfen, vielleicht sollten man aber eher über eine Neuregelung der rechtlichen Rahmenbedingungen nachdenken, als nun wahllos auf Frau Schmidt einzuprügeln, immerhin hat sie keine Regelungen übertreten. Ist ja soweit auch egal: Sommerloch!

Die Medien krickeln sich also einen Skandal herbei, der keiner ist, Passanten brüllen ihre von Sozialneid und blindem Politikhass getriebenen Stammtischparolen in jede Fernsehkamera, die sie in den Fußgängerzonen finden können, der Bund der Steuerzahler darf auch mal wieder was sagen und Politiker jeglicher Couleur außer der roten empören sich schon mal für den Wahlkampf warm.

So weit so unspektakulär, wäre unter diesen Politikern nicht Herr Georg Schirmbeck (CDU), der um folgende Aussage nicht verlegen war:

„Eine Ministerin, der das gesunde Volksempfinden verloren gegangen ist und die offensichtlich überhaupt kein Verhältnis zum Geld hat, ist kein Aushängeschild für unser Land.“ (Quelle: Welt.de)

Gesundes Volksempfinden also. Der Begriff Gesundes Volksempfinden wurde in der Zeit des Nationalsozialismus eingesetzt, um klare, materiell definierte Normen im Bereich des Rechtes (...) durch willkürliche, ideologische Vorstellungen zu ersetzen.

Ich finde hingegen, dass Politiker, die sich in in parteipolitischen Scharmützeln bei einer derartigen Quarkdebatte an Nazijargon bedienen müssen (wenn vielleicht auch unbewusst, was allerdings keine Entschuldigung sein kann), kein Aushängeschild für unser Land sein sollten.

(via German Psycho)

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